letztes Update: 03.01.2010

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  Gift Gefahr für Waldi und Co. in Haus und Garten
"Was dem Herrchen bekömmlich ist, kann dem Tier nicht schaden” – ein Irrtum, wie mancher Tierhalter erkennen muß. In der Wohnung und im Garten lauern viele Gefahren, die selbst Tierärzten nicht immer geläufig sind. ZDF.Umwelt nennt die wichtigsten.
                                                     (27.09.2002)

 

Gift für Haustiere
Viele Pflanzen sind für Tiere giftig

Zahlreiche Haustiere sterben Jahr für Jahr an Vergiftungen. Sie schlucken arglos Medikamente, Rattengift oder Insektizide. Rund ein Viertel der Todesfälle geht aber auf Pflanzen zurück, an denen sie herumgekaut haben und die wir als harmlos einschätzen. Sie enthalten aber Stoffe, die für Tiere unter Umständen tödliche Nebenwirkungen haben. Einige beliebte Zimmerpflanzen gehören dazu, aber auch im Garten wächst so manches, was dem tierischen Haus- genossen gefährlich werden kann.

 

 

 

 

Vorsicht bei Zimmerpflanzen!
Giftig für Haustiere sind unter anderem folgende Gewächse:

 

 

 

Dieffenbachia

 

 

 

 

 

 

Pflanze

Wissenschaftlicher Name

Giftigkeit

Baumfreund/Baumlieb

Philodendron

giftig +

Schweigstock, Schweigrohr, Giftaron

Dieffenbachia

sehr stark giftig +++

Feigenbaumarten wie Benjamini, Gummibaum

Ficus

giftig +

Fensterblatt

Monstera deliciosa

giftig +

Weihnachtsstern

Euphorbia Pulcherrima

schwach giftig (+), selten stark giftig

Vorsicht bei Zierpflanzen!
Auch im Garten ist das Haustier vor Gift nicht gefeit. Gefährlich für Tiere sind unter anderem:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pflanze

Wissenschaftlicher Name

Giftigkeit

Alpenveilchen

Cyclamen persicum

giftig +

Bittersüßer Nachtschatten

Solanum dolcam

stark giftig ++

Eibe

Taxus baccata

stark giftig ++

Fingerhut

Digitalis purpurea

sehr stark giftig +++

Goldgelbe Alpenrose/Sibirische AlpenroseAzalee

Rhododendron

schwach giftig (+) bis stark giftig ++

Holunder

Sambucus nigra

schwach giftig (+)

Immergrüner Buchsbaum

Buxus sempervirens

stark giftig ++

Lilien

Amaryllis belladonna

stark giftig ++

Maiglöcken

Convallaria majalis

sehr stark giftig +++

Oleander

Nerium oleander

sehr stark giftig +++

Osterglocke

Narcissus pseudonarcissus

giftig +

Rizinus

Ricinus communis

sehr stark giftig +++

Schwarzer Nachtschatten

Solanum nigrum

stark giftig ++

Trompetenbaum

Datura suaveolens

sehr stark giftig +++

Wandelröschen

Lantana camara

giftig +

 

 

 

 

 Vergiftungsanzeichen und Gegenmaßnahmen
Die Symptome sind unterschiedlich. Oft leiden die Tiere unter Erbrechen und Durchfall. Es können aber auch die typischen Schocksymptome auftreten: Kreislaufprobleme, Lähmungen und Ähnliches. Ob ein Tier nach dem Kauen giftiger Pflanzen in Gefahr ist, hängt auch von der Menge ab, die es gefressen hat. Ein großes und schweres Tier kann größere Mengen "vertragen" als ein kleines, leichtes. So schadet der Biss in ein Weihnachtsstern-Blatt einer Katze nicht, mehrere Blätter allerdings können gefährlich werden.
Handelt es sich um eine leichte Vergiftung, kurieren sich die Tiere selbst. Bei einem schweren Fall müssen sie sofort zum Tierarzt gehen. Er kann zwar nur in den wenigsten Fällen ein Gegengift verabreichen (zum Beispiel bei Rizinus- und Oleander-Vergiftung), er wird aber die Symptome behandeln. Sie sollten in jedem Fall ein Stück der gefressenen Pflanze mitnehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vergiftung durch Lebensmittel
Nicht nur Pflanzen, auch Nahrungsmittel, die für den Menschen unproblematisch sind, können für Haustiere zur Todesfalle werden.
Beispiel Zwiebel: Die Schwefelverbindungen in der Zwiebel zerstören die roten Blutkörperchen der Tiere. Eine mittelgroße Zwiebel kann für einen fünf Kilogramm schweren Hund tödlich sein.
Beispiel Avocado: Warum die Frucht für Tiere giftig ist, weiß man nicht. Giftig ist nicht nur das Fruchtfleisch sondern auch der Kern.
Beispiel Kakao:
Das darin enthaltene Theobromin führt zu Herzversagen. Die tödliche Dosis liegt bei 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Doppelt so viel ist schon in einer Tafel Vollmilchschokolade enthalten. Ein Pekinese könnte daran zugrunde gehen.
Beispiel Schweinefleisch: Roh kann es gefährlich werden. Es enthält oft das Aujetzki-Virus, ein für den Menschen unproblematisches Herpesvirus, das für Hunde (und auch Frettchen) tödlich und für viele andere Tiere gefährlich ist. Deshalb sollte das Fleisch vor der Verfütterung erhitzt werden.
Beispiel Milch: Katzen werden oft damit gefüttert. Bekömmlich ist sie für die Tiere aber nicht. Erbrechen und Durchfall sind häufig die Folge. Füllen Sie deshalb Wasser in den Trinknapf.

 

 

 

Besorgen Sie sich Informationsmaterial:

 

Weitere Informationen Giftpflanzendatenbank für die Veterinärmedizin vom Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich. Die Giftpflanzendatenbank

ist ab Januar 2003 auch als CD-Rom erhältlich. Der Datenträger kostet Euro 70,00 gegen Rechnung und ist erhältlich über folgende Adresse:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Broschüre: Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv): "Giftige Pflanzen im Wohnbereich und in freier Natur". (1999) ISBN 3-931675-36-X. Erhältlich für Euro 5,00 gegen Rechnung beim bgvv,
Thielallee 88 - 92
14195 Berlin
Tel.: 030 / 84 12 - 0
Fax: 030 / 84 12 - 49 70
Infos zum BGVV  gibts auch übers Internet.

 

 

 

 

Buch: S. Weileman u.a.: "Giftberatung Pflanzen". 2. Aufl. Eschborn 2000, Preis: Euro 15.00

 

 

 

 

Giftnotrufe:
* Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn
Tel.: 0228 / 192 40
Fax: 0228 / 287 33 14
Infos der Giftzentrale Bonn  gibt es auch über die Homepage.

* Giftnotruf der Universität Mainz:
Tel.: 06131 / 19240 oder 232466 (Infoline)
Auch die Giftinfo Mainz  ist über Internet erreichbar.

 

© Quelle: ZDF.de – Gift für Haustiere – von Carmen Peter


Ernährungsbedingte Erkrankungen (II)
Gift für Hunde

Ernährungsbedingte Erkrankungen II

In der letzten Folge haben wir die bedeutendsten Ursachen ernährungsbedingter Erkrankungen besprochen: Nämlich die Überversorgung mit Energie und Bewegungsmangel und dem hieraus folgenden Übergewicht der betroffenen Hunde. In der vorliegenden Folge sollen nun weitere Ernährungsfehler vorgestellt werden, die die Gesundheit des Hundes beeinträchtigen, seine Leistungsfähigkeit verringern und seine Lebensdauer verkürzen können. Das Auftreten solcher Folgen ist um so bedauerlicher, da sie in vielen Fällen bei vorausschauender und gewissenhafter Ernährung vermeidbar sind. Zum Beispiel durch den Einsatz hochwertiger, artgerecht zusammengesetzter Vollnahrungen.

Menschliche Nahrungsmittel können Gift für Hunde sein

Menschliche Nahrungsmittel sind, wie die folgenden Beispiele zeigen, oftmals für die Ernährung von Hunden untauglich. Und zwar nicht nur, weil sie oft einseitig zusammengesetzt und arm an lebenswichtigen Nährstoffen sind, sondern weil sie in manchen Fällen schlicht und einfach giftig wirken können. So sind z.B. Nüsse für Hunde von Nachteil, da sie einen hohen Phosphorgehalt haben und deswegen leicht zu Blasensteinen oder Störungen des Knochenstoffwechsels führen können. Walnüsse sind sogar giftig. Zwiebeln, besonders rohe, führen bei Hunden zu Blutarmut, da ihre Inhaltsstoffe die roten Blutkörperchen zerstören (Blutarmut). Andere Nahrungsmittel, wie z.B. Hülsenfrüchte führen durch ihren sehr hohen Faser- und Eiweißgehalt zu Überaktivität der Darmbakterien. Dies kann Bauchkrämpfe und eine unangenehm gesteigerte Darmwinde ("Flatulenz") bewirken. Zudem enthalten manche Hülsenfrüchte Fermenthemmstoffe, die die Eiweißverdauung behindern (z.B. Sojabohnen). Alle fleischhaltigen Nahrungsmittel vom Essenstisch, aber auch Käse und Essensreste, sollten ebenfalls nicht einem Hund verfüttert werden, da ihre Zusammensetzung nicht seinen Nährstoffbedürfnissen entspricht. Stark gesalzene Nahrung (gesalzenes Fleisch oder Fisch), Seewasser oder Pökellake können u.a. zu Bluthochdruck und Nierenschäden führen. Schließlich ist noch vor der Verfütterung gebratener oder gegrillter Speisen, vor allem Fleisch, zu warnen: Der hohe Fettgehalt, Salz und Gewürze sowie Röststoffe sind für die Ernährung von Hunden nicht geeignet!

Das National Research Council
aus: aus: Bubenzer, R.H.: Ernährungsbedingte Erkrankungen II. SV Zeitung, Augsburg: 4/1995.

Bei Süßigkeiten für Menschen gilt im allgemeinen: Sie sind für Hunde mehr als überflüssig, weil sie mit ihrem hohen Zuckergehalt zuviel Energie liefern und gleichzeitig arm an wichtigen Nährstoffen sind. Dies beinhaltet vor allem die Gefahr von Übergewicht des Hundes. Einseitige Fütterung mit viel schokoladenhaltigen Süßigkeiten kann zu Vergiftungen (z.B. Krampfanfälle) durch das Schokoladengift Theobromin führen. Bei salzhaltigem Gebäck besteht hingegen die Gefahr von Bluthochdruck sowie Nierenschäden. Besteht trotzdem der Wunsch, dem Hund zwischendurch, z.B. als Belohnung, "etwas Gutes" zu gönnen, sind kleine "Leckereien" erhältlich, die auf seine Ernährungsbedürfnisse zugeschnitten sind.

Überversorgung mit Vitaminen - auch eine Vergiftung

Die Überversorgung mit Vitamin A ist eine Folge von andauernder, übermäßiger Aufnahme des fettlöslichen Vitamins. Dies kann durch eine zu gut gemeinte Gabe von Vitaminpräparaten bedingt sein, aber auch durch einseitige Verfütterung von Vitamin A-haltigen Nahrungsbestandteilen, z.B. Fischleberölen. Folgen dieses Ernährungsfehlers sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen oder bleibende Gelenkknorpelschäden. Krankheitszeichen infolge zu hoher Vitamin D-Spiegel im Körper ("Hypervitaminose D") sind bei einer artgerechten Ernährung ebenfalls ausgeschlossen. Auch hier ist die übereifrige Versorgung mit entsprechenden Vitaminzusätzen die häufigste Ursache, wenn z.B. Störungen im Verdauungstrakt, Appetitlosigkeit, großer Durst oder übermäßige Harnausscheidung in Folge der Hypervitaminose D auftreten. Längerfristige Folgen sind vorzeitige Verkalkung der Knochen, evtl. tödliche Nierenschäden oder Kalkeinlagerungen in vielen Organen.

Rohes Fleisch schädigt die Gesundheit des Hundes

Bei der Versorgung mit Calcium ist nicht alleine die Calciummenge entscheidend, sondern auch das richtige Mengenverhältnis von Calcium und Phosphor. Die häufigste Folge eines Calciummangels und der hieraus resultierenden Überfunktion der Nebenschilddrüsen sind Skelettschäden (Lahmheit, Haltungsschäden, Laufprobleme, Knochenschmerzen, häufige Knochenbrüche). Übrigens: Übermäßige und nicht artgerechte Versorgung mit Phosphor führt zu genau den gleichen Krankheitszeichen. Die häufigste Ursache ist eine einseitig zusammengesetzte Ernährung auf der Basis rohen Fleisches. Dieses enthält nicht nur zu wenig Calcium, sondern darüber hinaus auch noch große Mengen an Phosphor. Beispiel: Mageres Rindfleisch enthält pro 1,7 MegaJoule verdaulicher Energie nur rund 23 mg Calcium, aber 585 mg Phosphor (also ein Verhältnis von 1 zu 25). Das gesundheitlich notwendige Verhältnis von Calcium zu Phosphor beträgt jedoch 1,2 zu 1 (bis 2 zu 1). Mageres Fleisch dürfte also nur zwischen 16 und 19 mg Phosphor enthalten, enthält aber bis zu 37 mal mehr von diesem Mengenelement. Hinzu kommt, dass bei überwiegender Verfütterung fettarmen Fleisches (sowie Leber und Niere) eine Eiweißüberversorgung möglich ist. Fettreiches Fleisch wiederum kann zu einem Eiweißmangel führen. Schließlich fehlen bei solch einseitiger Ernährung faserreiche Ballaststoffe, die für die Darmbewegung und das Absetzen des Kotes unerlässlich sind. Fleisch ist also als alleiniges Futtermittel für Hunde keineswegs geeignet. Für Wurstwaren gilt ähnliches: Ihr hoher Fettanteil, bei gleichzeitig niedrigem Vitamin- und Mineralstoffgehalt, macht sie ungeeignet für die Ernährung des Hundes; genauso wie der erwähnte hohe Salzgehalt. Innereien und Schlachtabfälle führen zwar weniger schnell zu ernährungsbedingten Erkrankungen, sind aber dennoch nicht ernährungsphysiologisch ausgewogen zusammengesetzt. Hinzu kommt, dass starke Schwankungen der Nährstoffkonzentrationen, z.B. bei Pansen, möglich sind. Es gilt also: Eine einseitige Ernährung mit Innereien und Schlachtabfällen ist zu vermeiden. Besser ist die Verwendung einer artgerecht zusammengesetzten Vollnahrung.

Krankheitserreger in der Nahrung

Über Futter oder Wasser kann der Hund neben Parasiten, Bakterien und Viren auch Giftstoffe verschiedener Art aufnehmen. Zudem kann ein Hund - z.B. über Giftköder - eine Vergiftung bekommen. Im Zusammenhang mit der Ernährung ist jedoch vor allem die Verwendung von keramischen Fress- und Wassernäpfen mit Weichglasuren von Bedeutung. Diese enthalten oft bleihaltige Farbstoffanteile, die herausgelöst werden und in Nahrung und Trinkwasser gelangen können. Folge ist eine chronische Bleivergiftung.


aus:
Bubenzer, R.H.: Ernährungsbedingte Erkrankungen II. SV Zeitung, Augsburg: 4/1995.

In Futtermitteln tierischer Herkunft finden sich häufig Parasitenzwischenformen, also Wurmlarven (Finnen). Unter diesen haben die Bandwurmfinnen die größte Bedeutung. Sie finden sich in Schlachtabfällen vom Rind, besonders dem Bauchfell, Dickdarmaußenhaut und eventuell auch an den Vormägen. Die Finnen des dreigliedrigen Bandwurms kommen besonders in Lunge und Leber von Wiederkäuern (Rind, Schaf, Ziege) und Schweinen vor. Bandwurmfinnen sind aber auch in Kaninchen- und Hasenfleisch sowie in Mäusen und Ratten zu finden. Von den tierischen Einzellern (Protozoen) sind besonders die sog. Toxoplasmen und Sarkosporidien in (rohen) Futtermitteln tierischer Herkunft zu beachten: Toxoplasmen rufen z.B. Fieber, Gehirnerkrankungen und Schädigungen vieler lebenswichtigen Organe hervor.

Gefrorene Schlachtabfälle hoch belastet mit Salmonellen

Durch Bakterien in Futtermitteln wurden früher häufig Erkrankungen wie Tuberkulose, Brucellose oder Milzbrand übertragen. Milzbrandsporen und andere Erreger kommen immer wieder in importierten Futtermitteln vor. Salmonellen sind auf rohen Innereien, aber auch in Tiermehlen und Fischmehl recht häufig zu finden. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 6 % der im Handel befindlichen tiefgekühlten oder gefrorenen Schlachtabfälle salmonellenverseucht sind. Viele Bakterien führen nicht selber zu Erkrankungen, sondern bewirken schwere Vergiftungen (Erbrechen, Durchfall) allein durch ihre Stoffwechselprodukte (Toxine). Diese Giftbildung kann im Verdauungstrakt passieren, aber auch schon in den verderbenden Nahrungsmitteln. Das bekannteste Beispiel ist die Verseuchung von Futtermitteln durch das Gift der Botulinusbakterien (Wurstvergifter), das Botulismus-Gift. Es zählt zu den giftigsten und tödlichsten Stoffen überhaupt. Die letzte Gruppe von Krankheitserregern sind die Viren. Der Erreger der Aujeszkyschen Krankheit (Pseudowut) ist am wichtigsten, da sich der Hund bei der Aufnahme von kontaminiertem Material (Fleisch oder Schlachtabfälle - besonders vom Schwein) vermutlich bereits im Rachenraum infiziert und diese Erkrankung stets tödlich verläuft. Ähnlich wie die Bakterien können auch Schimmelpilze, wie sie bei falscher Lagerung (feucht, warm) von Futtermitteln pflanzlicher Herkunft intensiv wachsen, Giftstoffe bilden, die sog. Mykotoxine. Von den über 100 bekannten giftbildenden Pilzen spielt besonders der Pilz Aspergillus flavus eine wichtige Rolle. Er wächst auf Ölrückständen, aber auch Getreide und Getreideprodukten. Seinem Gift gegenüber, dem Aflatoxin, sind Hunde besonders empfindlich. Schon bei geringen Mengen im Futter werden bereits schwere Vergiftungen (Fressunlust, Erbrechen, Gelbsucht, Leberschäden, Absterben der Früchte, plötzliche Todesfälle) beobachtet. Neben Pilzen vermehren sich bei ungünstigen Lagerungsbedingungen von Trockenfuttermitteln auch Milben und Insekten. Außer Futtermilben werden der Gemeine Speckkäfer, bei höheren Umgebungstemperaturen auch Reismehlkäfer gefunden. Nach Aufnahme von Futtermitteln mit diesen Insekten bzw. Milben können Erbrechen und Durchfälle auftreten. Befallene Futtermittel sollten nicht mehr verfüttert werden.

us: Bubenzer, R.H.: Ernährungsbedingte Erkrankungen VIII - Ernährung im Krankheitsfall. SV Zeitung, Augsburg: 5/1996.

Viele Gifte werden erst durch Speicherung im Körper gefährlich

Erhöhte Mengen von anorganischen Giftstoffen (z.B. Blei, Arsen, Fluor, Kupfer) können unter bestimmten Bedingungen in Futtermitteln tierischer Herkunft vorkommen, da diese Schwermetalle sich in manchen Geweben anreichern. So werden Fluor und Blei vorrangig in Knochen gespeichert, Kupfer in Leber und Niere, Arsen in Leber und Haaren, Quecksilber in der Niere. Aber auch der Hund speichert diese Gifte. Z.B. das über sein Futtergeschirr (s.o.) aufgenommene Blei in den Knochen. Folgen können Appetitlosigkeit, Erbrechen, Verstopfung, Schmerzen, Krampfanfälle, Blutarmut oder Nierenschäden sein. Bei den organischen Giften, also Substanzen die vor allem aus Kohlenstoff und Wasserstoff aufgebaut sind, sind vor allem die chlorierten Kohlenwasserstoffe zu nennen, die v.a. in importierten Futtermitteln noch vorkommen können. Sie werden vorrangig im Fett gespeichert, ohne jedoch den Gesundheitszustand in jedem Fall zu beeinflussen. Wird das Fettgewebe aber abgebaut (Abmagerung, Laktation), sind Störungen möglich (u.a. bei Saugwelpen durch erhöhte Aufnahme über die Muttermilch). Als natürliche Gifte werden Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln bezeichnet, die bei einseitiger Verwendung oder ungenügender Zubereitung schädlich für den Hund sein können. Ein Beispiel sind die Trypsin-Hemmstoffe. die z.B. in rohem Eiklar oder rohen Sojabohnen enthalten sind. Sie hemmen die Wirkung eiweißverdauender Fermente und führen so zu Störungen des Verdauungssystems. Umweltgifte schließlich können dem Hund ebenfalls gefährlich werden. Beispielsweise wenn er aus Pfützen oder Gewässern trinkt, die Wasser aus intensiv mit stickstoffgedüngten Feldern enthalten. Aber auch organische Düngemittel können schwere Vergiftungen hervorrufen, z.B. nach Aufnahme von Gartendünger, der Rizinussamen enthält. Solche Dünger, die häufig mit Hornspänen vermischt werden, besitzen für Hunde offenbar eine hohe Akzeptanz. Das im Rizinussamen enthaltene Ricin wirkt für Hunde bereits in geringen Mengen hochgiftig.

Von entscheidender Bedeutung für die krankheitsvorbeugende Ernährung von Hunden ist also die Verwendung artgerecht auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zusammengesetzter Vollnahrung. Gesundheitsstörungen und Erkrankungen der beschriebenen Art brauchen nicht befürchtet zu werden, wenn hochwertig verarbeitete Vollnahrungen verwendet werden. Der Grund liegt in den hohen Qualitätsanforderungen, die an die Rohmaterialien gestellt werden. Die ständige Qualitätskontrolle der Einzelfuttermittel, z.B. vom Schlachthof garantiert, genauso wie die Qualitätskontrollen bei der Produktion, dass qualitativ hochwertige Vollnahrungen hergestellt werden, die frei von Schad- oder Giftstoffen ist. Zudem ist bei bedarfsgerechter Fütterung weder ein Mangel an lebensnotwendigen Nährstoffen noch ein Überschuss zu befürchten. Werden schließlich einseitige Nährstoffmangel sowie -überversorgungen vermieden und die Vollnahrung in bedarfsgerechter Menge verfüttert, sind die besten Effekte in Hinsicht Gesundheitsvorsorge, Leistungsfähigkeit, Fellzustand, Fortpflanzungsfähigkeit oder Lebensdauer zu erzielen.

Ernährungsbedingte Durchfälle

Verdauungsstörungen und Durchfälle entstehen oft durch ungenügende Verdauung von Kohlenhydraten und Eiweißen. Und zwar, weil ein Überangebot an Nährstoffen besteht oder bestimmte Verdauungsfermente fehlen. Einseitige Fütterung von Futtermitteln mit hohem Gehalt an Milchzucker (Milch, Schokolade), Rohrzucker (Süßigkeiten), schwer verdaulichen Kohlenhydraten (Hülsenfrüchte, rohe Kartoffeln) oder z.B. hitzegeschädigten oder verdorbenen Eiweißen (Fischmehle, Milchprodukte) kann dann leicht zu Durchfall führen. Eiweißfuttermittel, die Ferment-Hemmstoffe (z.B. Trypsin-Hemmer) enthalten, können die Eiweißverdauung behindern und zu Krankheitsbeschwerden führen (z.B. rohe Eier, rohe Sojabohnen).
Viele Magen-Darm-Parasiten (z.B. Sporentierchen, Spul-, Haken- oder Peitschenwürmer), wie sie über Schlachtabfälle aufgenommen werden können, verursachen Erkrankungen des Verdauungstraktes mit Durchfällen. Da solche Erkrankungen dank vorbeugender Maßnahmen seltener geworden sind, muss bei massivem Auftreten von Parasiten immer auch an eine Abwehrschwäche des Tieres gedacht werden. Sind nämlich nicht alle Nährstoffe, die ein aktives Abwehrsystem braucht, in der Nahrung enthalten, kommt es schneller zu einem Parasitenbefall oder zu Infektionen. Besonders wichtig sind Vitamin A und E sowie hochwertiges Eiweiß. Bakterien sind relativ selten für infektiöse Durchfallerkrankungen verantwortlich. Meistens handelt es sich um Salmonellen, die in verseuchten, frischen Schlachtabfällen vorkommen. Salmonellen können sich aber auch ständig im Darm von Hunden aufhalten, ohne irgendwelche Krankheitsbeschwerden hervor zu rufen. Erst wenn eine fehlerhafte Ernährung zu einer Störung der Darmbakterien-Besiedlung führt, treten salmonellenbedingte wässrige und sogar blutige Durchfälle auf. Viren sind eine sehr häufige Durchfallursache, besonders beim Junghund. Allerdings werden die Krankheitserreger meistens nicht durch befallene Nahrungsmittel übertragen.
Vergiftungen sind seltener Ursachen für Verdauungsstörungen. Neben der Aufnahme von Thallium, Blei, Arsen, oder Organophosphaten ist an verseuchte oder verdorbene Futtermittel zu denken. So können vermilbte Trockenfutter oder andere, beim Futterverderb entstehende Stoffe Durchfälle hervorrufen. Besonders verschiedene Pilzgifte (Mykotoxine) sind als Auslöser von Erbrechen und Durchfall von praktischer Bedeutung. In verdorbenen Futtermitteln sind auch Bakteriengiftstoffe (Toxine) zu erwarten, die Durchfälle auslösen oder begünstigen können.

© Quelle: www.fressi-fressi.de

Weitere Informationen hierzu findet  Ihr unter: www.fressi-fressi.de/series/series_food_14a_ernaehrungsbedingte_erkrankungen_2.htm



Wichtig - Weintrauben - Rosinen o. ä. in dieser Form !!

Bei all diesen Informationen habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass Weintrauben für Hunde tödlich sein können. Auch wenn es diverse widersprüchliche Berichterstattungen und Meinungen gibt, nehmt diese Warnung bitte trotzdem ernst. Schon drei Weintrauben können ausreichen, um einen Hund in Joanas Grösse zu töten.

Und hier die entsprechenden Informationen

Europäische Weintraube, Weinrebe, Weinstock

Vitaceae, Weinrebengewächse

Verbreitung: In Rebbaugebieten, in Südosteuropa bis Westasien.

 

Beschreibung:

Bis 30m hoch kletternder Strauch mit blattgegenständigen Ranken, ohne Haftscheiben.
Blätter: im Umriss rundlich, ± tief radiär 3- oder 5-teilig, Durchmesser 5-15 cm.
Blütenstand: längliche Rispe.
Blüten: gelbgrün, mit 5 an der Spitze verwachsenen, 4-5 mm langen und gemeinssam als Haube abfallenden Kronblätter; 5 Staubblätter.
Frucht: gelblich-grüne oder violette Beere.

 

Verwechslungsgefahr:       Andere Vitaceae-Arten

Giftige Pflanzenteile:         Alle Pflanzenteile.

Toxizitätsgrad:                Hund: stark giftig ++

Hauptwirkstoffe

Lösliches Oxalat, Calciumoxalat; Glucose und Fructose (Monosaccharide: reife Früchte >15%, Rosinen> 40%).

Wirkungsmechanismen

Es ist nicht bekannt, warum Weintrauben für Hunde in grösseren Mengen ein Nierenversagen bewirken. Es wird eine nephrotoxische oder idiosynkratische Reaktion (Anaphylaxie) vermutet, die zu hypovolämischem Schock und renaler Ischaemie führt.

Toxische Dosis

Hund: 10-30 g Weintrauben/kg Körpergewicht, entspricht 10-12 g Monosaccharide/kg Körpergewicht.

Klinische Symptome

Hund: Erbrechen, Lethargie, Abdominalschmerzen innerhalb Stunden; akutes Nierenversagen mit Oligurie oder Anurie innerhalb 24-72 Stunden, Tod.
Labor: Azotämie mit stark erhöhtem Harnstoff, Kreatinin, Hyperkalzämie und Hyperphosphatämie; erhöhte Amylase. Alle Werte sind im Serum nachweisbar.

Therapie

Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie). Intensives Management nötig, peritoneale Lavage empfohlen.

Quelle und © Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie

Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
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